Dienstag, 2. April 2013

ernten was ich gesät habe

In der Osterwoche konnte ich ernten, was ich vor gut 9 Monaten gesät habe - meine eigenen Bananen! Genauer gesagt Platanos - also Kochbananen. Der Bananenbaum hat sich prächtig entwickelt in den letzten Monaten und überraschte uns im Februar mit der Bananenblüte! Bis zu diesem Zeitpunkt war ich mir nicht sicher, ob er überhaupt Früchte abwerfen wird. In den darauf folgenden Wochen wurden die Platanos immer grösser, bis wir sie letzte Woche ernten mussten.
in seiner vollen Pracht
Die Platanos
Natürlich wird mit der
Machete geerntet 
es sind ca. 35 Stück
Da es in der nicaraguanischen Küchen diverse Gerichte mit grünen und gelben Platanos gibt, erntet man sie noch unreif, benutzt einige und kann die anderen dann reifen lassen bis sie gelb sind. Mit den grünen Früchten kocht man vor allem salzige Gerichte. Meine zwei Lieblingsspeisen sind die Tajadas und die Tostones. 

Für die Tajadas schneidet man die Platanos in feine Scheiben und friftiert sie dann. Eigentlich nichts anderes als Chips aus Platanos, die man dann mit Chilli, Käse, Salat oder Bohnen beliebig kombinieren kann.
Tajadas mit fritiertem Käse und Salat
Die Tostones sind ganz ähnlich wie die Tajadas nur lässt man die Platanos etwas dicker, presst sie zu einem Fladen und frittiert sie dann. Sehr gut mit einem Dip oder als Beilage.
Tosotones
Mit den reifen Platanos lassen sich Empanadas machen. Eine Mischung aus süss und salzig. Man Kocht die Bananen, zerstampft sie und formt Taschen, die man dann mit Käse oder Fleisch füllen kann. Natürlich werden auch diese dann frittiert.
Empanadas mit Käsefüllung
Zum Nachtisch kann man sich dann Maduros (so heissen die reifen Platanos) en gloria machen. Auch hier wird frittiert (wie eigentlich praktisch alles in Nicaragua) und mit Zucker, Zimt, Milch und Käse verfeinert. 
Maduro en gloria
Es gibt noch vieles mehr, was ich in den nächsten Tagen lernen werde und dies alles mit meinen eigenen Platanos.



Donnerstag, 7. März 2013

wenn man etwas zwei mal kauft

Nach einem schönen Tag am Strand komme ich völlig relaxt zu meinem Auto zurück und will die Türe aufschliessen, da merke ich, dass sie bereits offen ist... Im ersten Moment denke ich, ich hätte vergessen abzuschliessen doch dann merke ich, dass das Schloss eingedrückt ist. Ein kurzer Blick ins Auto genügt um festzustellen, dass das Radio nicht mehr an seinem Platz ist. Glücklicherweise haben die Diebe nicht allzu grossen Schaden angerichtet und die Türe lässt sich immer noch abschliessen. 

Nach einem ärgerlichen Gang zur Versicherung, wo mir gesagt wurde, dass mir nichts erstattet wird (für was hat man eigentlich eine Versicherung?), verzichtete ich auch auf die Anzeige bei der Polizei um mir weiteres Warten und Ärger zu ersparen. 

Weil mir ein neues Radio zu teuer war, kaufte ich mir vorerst keines. Nach einem Monat hatte ich aber das Singen ohne musikalische Begleitung satt machte mich auf die Suche. Da wurde mir gesagt, ich solle doch ein gebrauchtes Radio auf dem Mercado Oriental (alles was weiss ist auf dem Foto) in Managua kaufen. Der Mercado Oriental ist der grösste ambulante Markt Zentralamerikas mit tausenden von Ständen. Als weisser Tourist sollte man sich da aber ohne lokale Hilfe nicht hinein wagen:

1. man wird garantiert übers Ohr gehauen.
2. die Chancen, dass man beklaut wird stehen gut.
3. man verläuft sich garantiert.

Mit Elier, einem Mitarbeiter von Fe y Alegria machte ich mich also auf den Weg. Da wir das Auto mitnehmen mussten um das Radio zu testen, blieb ich beim Auto während Elier sich auf die Suche machte. Nach wenigen Minuten kam er bereits mit einem Händler und dem passenden Radio zurück.  Ich staunte nicht schlecht, als ich mein Radio wieder erkannte (ja, mein aus meinem Auto gestohlenes Radio). Machen konnte ich allerdings nichts und so blieb mir nichts anderes übrig als den "Finderlohn" zu bezahlen.