Mittwoch, 22. Mai 2013

REGEN!! Bitte, bitte lass es Regnen!!

Währenddem in der Schweiz alle über das schlechte Wetter und den Regen klagen, wünschen wir uns hier nichts sehnlicher, als das kühle Nass. Seit Mitte November hat es nicht mehr richtig geregnet. Die Temperaturen erreichen täglich die 40°C-Marke und es ist alles staubtrocken.

Ich bin 24 Stunden am schwitzen, habe deswegen Hautausschlag und schlafe schlecht. Die Waschmaschine und die Ventilatoren laufen auf Hochtouren und der PC überhitzt regelmässig. Ich trinke sicher 5 Liter am Tag und muss nicht einmal aufs Klo. Nach dem Sporttreiben hört man einfach nicht auf zu schwitzen - kein Wunder, wenn die Lufttemperatur konstant höher ist als die Körpertemperatur.

Abkühlungsmöglichkeiten sind rar, aber es gibt sie. Hier in León kann man in den Supermarkt, die Bank oder ins Kino gehen, um sich zumindest für ein Weilchen abzukühlen. Am Wochenende kann man auch an den Strand fahren, wo einem die Brise und der Ozean etwas über das Leiden hinweg helfen. Oder man gönnt sich ein paar Tage im Norden des Landes wo kühle 28°C herrschen.

In der Schule Nazareth in Chinandega, in welcher ich auch arbeite, haben sich die Lehrer etwas ganz besonderes überlegt. Damit sich die Kinder etwas abkühlen können, dürfen sie an einem Tag der Woche (nach Klassenstufe) baden. Nicht gerade ein riesen Pool, aber es erfüllt seinen Zweck.
Planschen in der Pause


Aber trotz allen Leiden, die ich hier wegen der Hitze ertragen muss, würde ich nicht mit euch tauschen wollen. Ich schicke ganz viel Sonnenstrahlen über den Atlantik und hoffe, dass sie nicht all zu lang unterwegs sein werden.


PS: Just in diesem Moment fängt es hier an zu regnen... hoffentlich etwas mehr als nur ein paar Tropfen.

Dienstag, 2. April 2013

ernten was ich gesät habe

In der Osterwoche konnte ich ernten, was ich vor gut 9 Monaten gesät habe - meine eigenen Bananen! Genauer gesagt Platanos - also Kochbananen. Der Bananenbaum hat sich prächtig entwickelt in den letzten Monaten und überraschte uns im Februar mit der Bananenblüte! Bis zu diesem Zeitpunkt war ich mir nicht sicher, ob er überhaupt Früchte abwerfen wird. In den darauf folgenden Wochen wurden die Platanos immer grösser, bis wir sie letzte Woche ernten mussten.
in seiner vollen Pracht
Die Platanos
Natürlich wird mit der
Machete geerntet 
es sind ca. 35 Stück
Da es in der nicaraguanischen Küchen diverse Gerichte mit grünen und gelben Platanos gibt, erntet man sie noch unreif, benutzt einige und kann die anderen dann reifen lassen bis sie gelb sind. Mit den grünen Früchten kocht man vor allem salzige Gerichte. Meine zwei Lieblingsspeisen sind die Tajadas und die Tostones. 

Für die Tajadas schneidet man die Platanos in feine Scheiben und friftiert sie dann. Eigentlich nichts anderes als Chips aus Platanos, die man dann mit Chilli, Käse, Salat oder Bohnen beliebig kombinieren kann.
Tajadas mit fritiertem Käse und Salat
Die Tostones sind ganz ähnlich wie die Tajadas nur lässt man die Platanos etwas dicker, presst sie zu einem Fladen und frittiert sie dann. Sehr gut mit einem Dip oder als Beilage.
Tosotones
Mit den reifen Platanos lassen sich Empanadas machen. Eine Mischung aus süss und salzig. Man Kocht die Bananen, zerstampft sie und formt Taschen, die man dann mit Käse oder Fleisch füllen kann. Natürlich werden auch diese dann frittiert.
Empanadas mit Käsefüllung
Zum Nachtisch kann man sich dann Maduros (so heissen die reifen Platanos) en gloria machen. Auch hier wird frittiert (wie eigentlich praktisch alles in Nicaragua) und mit Zucker, Zimt, Milch und Käse verfeinert. 
Maduro en gloria
Es gibt noch vieles mehr, was ich in den nächsten Tagen lernen werde und dies alles mit meinen eigenen Platanos.