Dienstag, 4. Juni 2013

Klatschnass

Lange habe wir auf den Regen gewartet. Nun ist er da - und wie! Wenn es regnet, dann wie aus Kübeln, so ziemlich regelmässig 1-2 Stunden pro Tag. 

Die Überschwemmungen in der Schweiz kamen zu Stande, weil es über Tage und Wochen stetig geregnet hat. Hier in Nicaragua reicht ein 15-minütiger Platzregen, um fast den gleichen Effekt zu erzielen. Da das Wasser nicht abfliessen kann und die Erde viel zu trocken ist, um es aufnehmen zu können, bilden sich ganz schnell reissende Flüsse, die alles mitnehmen was ihnen in die Quere kommt. 

Letztes Wochenende haben wir mit unseren Gästen aus der Schweiz, wieder einmal einen Ausflug zum Cerro Negro gemacht. Die starke Bewölkung beim Aufstieg, war sehr angenehm und auch die ersten Regentropfen auf dem Vulkan waren nicht nennenswert. Dafür war das Bild, welches sich uns bot um so schöner. Das verdampfende Wasser auf dem ganzen Vulkan sorgte für eine gespenstische Stimmung.
Dampfschwaden - Schwefel und verdampfendes Wasser
sorgen für die schöne Stimmung 
Aufstieg bei Regen
Der Boden ist so heiss, dass der Regen gleich wieder
verdampft

Doch kaum unten angekommen öffnete der Himmel seine Schleusen und das Ungemach brach los. Da wir noch gut 15 Minuten bis zum Auto laufen mussten, waren wir wortwörtlich bis auf die Unterhosen durchnässt. 

Der Regen liess nicht nach, nein er wurde noch stärker, was die Rückfahrt durch den Schlamm und die Pfützen im Jeep, zum Vergnügen werden liess. Ja es war fast schon ein Kindertraum, der in Erfüllung ging;-)
  
Bis wir auf die Hauptstrasse in Lechecuagos kamen. Wir fuhren nicht die Strasse entlang, wir schwammen darüber! Der Fluss (die Strasse) war sicher einen halben Meter tief. Wäre es nur die Strasse gewesen, hätte dies unserer Freude keinen Abbruch bereitet, doch neben der Strasse konnte man auch Häuser sehen, welche von den Wassermassen unter Wasser gesetzt wurden. In der Schule haben sie mir von vielen Schäden und überschwemmten Wohnzimmer berichtet. Und dies alles nur wegen 15 Minuten Regen!
Die Hauptstrasse von Lechecuagos unter Wasser -
das Motorrad hat keine Chance




Mittwoch, 22. Mai 2013

REGEN!! Bitte, bitte lass es Regnen!!

Währenddem in der Schweiz alle über das schlechte Wetter und den Regen klagen, wünschen wir uns hier nichts sehnlicher, als das kühle Nass. Seit Mitte November hat es nicht mehr richtig geregnet. Die Temperaturen erreichen täglich die 40°C-Marke und es ist alles staubtrocken.

Ich bin 24 Stunden am schwitzen, habe deswegen Hautausschlag und schlafe schlecht. Die Waschmaschine und die Ventilatoren laufen auf Hochtouren und der PC überhitzt regelmässig. Ich trinke sicher 5 Liter am Tag und muss nicht einmal aufs Klo. Nach dem Sporttreiben hört man einfach nicht auf zu schwitzen - kein Wunder, wenn die Lufttemperatur konstant höher ist als die Körpertemperatur.

Abkühlungsmöglichkeiten sind rar, aber es gibt sie. Hier in León kann man in den Supermarkt, die Bank oder ins Kino gehen, um sich zumindest für ein Weilchen abzukühlen. Am Wochenende kann man auch an den Strand fahren, wo einem die Brise und der Ozean etwas über das Leiden hinweg helfen. Oder man gönnt sich ein paar Tage im Norden des Landes wo kühle 28°C herrschen.

In der Schule Nazareth in Chinandega, in welcher ich auch arbeite, haben sich die Lehrer etwas ganz besonderes überlegt. Damit sich die Kinder etwas abkühlen können, dürfen sie an einem Tag der Woche (nach Klassenstufe) baden. Nicht gerade ein riesen Pool, aber es erfüllt seinen Zweck.
Planschen in der Pause


Aber trotz allen Leiden, die ich hier wegen der Hitze ertragen muss, würde ich nicht mit euch tauschen wollen. Ich schicke ganz viel Sonnenstrahlen über den Atlantik und hoffe, dass sie nicht all zu lang unterwegs sein werden.


PS: Just in diesem Moment fängt es hier an zu regnen... hoffentlich etwas mehr als nur ein paar Tropfen.